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Mädchenwohngruppe meistert Lockdown

14.05.2020 CJD Neustadt « zur Übersicht

Zehn junge Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren hocken dank Corona-Kontaktsperre zuhause und langweilen sich zu Tode? Nein, ganz im Gegenteil! Die Mädchenwohngruppe Haus Königsbach hat das Beste aus den Kontaktbeschränkungen gemacht. Statt Kino gab es Filmabende, Disko geht nicht – kein Problem, dann machen wir halt einen Singstar-Wettbewerb oder eine Pyjama-Party!

Und natürlich darf auch die sportliche Betätigung nicht fehlen: Dank Tischtennisplatte und gemeinschaftlichen Workouts im Garten kommt Bewegung in die Gruppe.

Aktiv werden statt Jammern, das ist der richtige Weg, um mit den großen und kleinen Einschränkungen klar zu kommen. Also wurden als erstes unter Anleitung von Kerstin Perreth gemeinschaftlich Mundschutze genäht, es folgen Bastelarbeiten nach dem Motto „aus Alt mach Neu“ – mit beachtlichen Ergebnissen. Highlight war dann die Möbelwerkstatt. Hier wurde gemeinschaftlich geschliffen, geleimt und lackiert und altes Mobiliar erstrahlte in ganz neuem Glanz. Erfreulicher Nebeneffekt: die jungen Frauen konnten ihre handwerklichen Fähigkeiten erproben, was sich vielleicht auch bei der ein oder andren auf die Berufswahl auswirken könnte.

Spaß hat es auf jeden Fall allen gemacht. Und ganz egal, für welche Berufe sich die jungen Frauen interessieren, das Bewerbungstraining, das das Team ebenfalls anbot, kam bei den Mädels gut an.

All das trug zur positiven Stimmung in der Gruppe bei. Der Vermieter des Hauses hat sich von der guten Stimmung anstecken lassen und einen ganzen Korb „Nervennahrung“ vorbeigebracht. Die kleinen Ernährungssünden versüßen das Warten auf die Zeit, wenn man wieder im Eiscafé sitzen darf. Aber natürlich steht auch gesundes Essen auf dem Programm: Der „Bausatz-Burger“ bietet für jeden Geschmack das Richtige und liefert reichlich Vitamine.

Auch wenn jetzt die Einschränkungen durch Corona langsam gelockert werden und sechs der zehn jungen Frauen zumindest sporadisch wieder „richtigen“ Schulunterricht haben, unterstützen die Mitarbeiter „ihre Mädels“ nach wie vor bei der Bearbeitung von Arbeitsaufträgen aus neun (!!!) verschiedenen Klassen.

Teamleiterin Rita Guthor-Siwik ist stolz, wie ihr Team und die jungen Frauen mit der Krise umgehen. „Ich sag immer ‘Wenn kein Wind geht wird gerudert‘, und das haben wir dann gemacht. Dadurch, dass sich die Jugendlichen ausschließlich in der Wohngruppe aufhielten, konnten wir sie für neue Aktivitäten begeistern und haben so zu einigen einen besseren Zugang gefunden. Auch die Gruppe ist noch enger zusammengewachsen. Jede Krise hat einen Sinn – und entsprechend auch positive Seiten!“