Das CJD - Die Chancengeber CJD Rhein-Pfalz/Nordbaden

Förderkette erfolgreich

03.10.2018 CJD Ludwigshafen-Speyer « zur Übersicht

Ihre Jugend und der Start ins Berufsleben waren bei Milena Krasnewska (30) alles andere als gut gelaufen. Mit neun Jahren kam sie aus Polen nach Deutschland, in der Familie gab es große Probleme, und mit 14 musste die junge Frau deshalb ins Heim. Einen Schulabschluss machte sie nicht, mit 17 wurde sie Kassiererin. Über 13 Jahre arbeitete sie bei einem großen Discounter, aber ohne Auto war der Arbeitsplatz in Neckarau für die Ludwigshafenerin bei den häufig anfallenden Frühschichten sehr schwer zu erreichen. Eine Versetzung in eine nähere Filiale war nicht möglich, für den fünfjährigen Sohn blieb zu wenig Zeit.

Die Agentur für Arbeit empfahl ihr eine Qualifizierung zur Wohngruppenassistentin im CJD Ludwigshafen. Im Lehrgang merkte sie, dass ihr Lernen Spaß macht und die Praktika in Altenpflegeinrichtungen und besonders im Ludwigshafener Marienkrankenhaus haben ihr Interesse für die Arbeit im Pflegebereich verstärkt. Im Marienkrankenhaus war man von der engagierten Praktikantin begeistert und traute ihr mehr zu: eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehelferin im Marienkrankenhaus könnte ihr beruflich weitere Chancen eröffnen. Aber dafür benötigte sie den Hauptschulabschluss (= Berufsreife). Und wieder haben Agentur für Arbeit und CJD die engagierte Frau unterstützt. Von Oktober 2017 bis Mai 2018 hat sie sich im CJD Ludwigshafen auf den Hauptschulabschluss vorbereitet. „Das Lernen war zu Beginn schon ungewohnt, aber ich wollte ein Vorbild für meinen Sohn sein“, sagt sie. „Solange ich selbst keinen Abschluss habe, hätte ich ja schlecht zu ihm sagen können: Mach die Schule!“. Den Hauptschulabschluss hat sie im Mai mit einem Notendurchschnitt von 1,6 als Zweitbeste im Kurs von insgesamt acht Erwachsenen zwischen 21 und 42 Jahren bestanden. „Man wird anders behandelt, wenn man einen hat“, sagt sie und ist sich sicher ist, dass diese Möglichkeit, den Schulabschluss nachzuholen, eine große Chance für junge Erwachsene – gerade wenn diese aus dem Ausland kommen

Bis zum Beginn ihrer Ausbildung im September macht sie dann im Marienkrankenhaus ein bezahltes Praktikum, nun absolviert sie dort die einjährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegehelferin. Pflegekräfte werden händeringend gesucht und bereits mit der einjährigen Ausbildung verdient sie gutes Geld. Dazu stehen ihr berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Und grade ist die kleine Familie nach Rheingönheim gezogen, Sohn und Hund freuen sich über den Garten und zum Marienkrankenhaus ist es nur noch ein Katzensprung.

 

Ein Beispiel, wie auch Erwachsene ohne Schulabschluss durch gezielte Förderung zu gesuchten Fachkräften ausgebildet werden können!